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Die Welt zu Gast

19. Mai 2008

Austauschschüler mit Rotary

Nun, der eigentliche Grund von diesem meinen Blog ist ja der bevorstehende Schüleraustausch meines Sohnes. Damit verbunden ist die Aufnahme von sogenannten Inbounds, Gastkinder aus allen Herren Ländern, bei uns Zuhause. Ermöglicht wird das alles vom Rotary Club Bergisch Gladbach, welcher der entsendene Club für Leonard ist.

Gestern haben wir nun die Zwei weiteren mutigen jungen Männer, mit ihren Eltern, kennengelernt die sich in das Abenteuer “The best Year of my life” , wagen. Es sind alles aufgeschlossene, intelligente junge Männer, die im kommenden Schuljahr die Welt entdecken wollen. Sie werden Dinge erleben, welche ihre Altersgenossen, die hier bleiben, nicht erleben werden.

Für uns als Eltern bedeutet das, dass unsere Kinder von uns losgelöst sich weiterentwickeln. Wir haben keinen Einfluss mehr auf ihr Tun und Lassen.  Leonard ist unser ältester Sohn und es ist für uns alles Neu. Los zu lassen, fällt schon schwer genug wenn sie im gleichen Hause wohnen. Nun wird er jedoch Tausende von Kilometern entfernt leben, wohnen und zur Schule gehen. Es wird spannend. 

Unser erstes Gastkind ist Jayla, eine ganz junge Taiwanesin aus dem Süden dieser schönen Insel. Sie wohnt mit ihrer Schwester und Mutter in Tainan County. Zwar hat sie bereits 6 Jahre Englisch Unterricht, jedoch spricht sie kein Wort Deutsch. Nach einem 4 wöchigen Sprachkurs wird sie bei uns auf ein Gymnasium in die 10te Klasse gehen und hier bei uns ihr “The best year..”  verbringen. 

Bei Rotary ist es üblich das die “Inbounds”, ihre Familie während des Jahres wechseln. So werden wir nach Jayla einen jungen Mann aus den USA und einen weiteren aus Ecuador empfangen. So die Planung. Das Netzwerk mit den anderen Gasteltern ist gespannt, Wege zueinander müssen gefunden werden um unseren Gastkindern hier in Deutschland ein schönes Jahr zu ermöglichen. Ich bin neugierig wie es nun weiter geht.

Leonard selbst wartet noch immer auf seine Guaranteeform, auf dem ihm u.a. mitgeteilt wird, wer seine Gasteltern sind. Dieses formale Schreiben benötigen wir um das Visum zu beantragen. Wir warten geduldig auf die Unterlagen aus Taiwan, denn der voraussichtliche Abflugtermin war der 15. August. 

Im Moment zählen wir die Tage bis zum Abflug, ist Leonard erst einmal in der Luft zähle ich die Tage bis zu seiner Rückkehr. :???:

Ich lade euch ein, mit uns zusammen das Jahr zu erleben. Leonard wird aus Taiwan berichten und ich von Zuhause.

6 Kommentare

  1. Das wird sicher ziemlich ungewohnt sein, ihn so weit weg zu wähnen. Ich denke auch mit Grausen daran, wenn es bei uns soweit ist und die beste Tochter von allen sich in die weite Welt macht. Keine Ahnung wann das sein wird und ich bin auch nicht erpicht es vorzeitig zu erfahren.

    Coole Idee die beiden Blogs gegenseitig korrespondieren zu lassen.
    *bookmark*


  2. Ich finds toll, dass hier das eurem Sohn ermöglicht und auch selber Jugendliche aufnehmt. Ich denke, dass wird nicht nur für Leonard spannend, sondern auch für euch.
    Ich selbst hatte nie die Möglichkeit Austauschschülerin zu sein, war jedoch zwei Jahre in einer anderen Stadt auf dem Internat. Ich kann mir ansatzweise vorstellen, dass es für dich schwer ist loszulassen, denn obwohl ich damals schon ein wenig älter war, ging es meiner Mutter ganz genauso: Im Haus fehlt einfach etwas, wenn das Kind nicht mehr da ist.
    Andererseits bin ich der Meinung, dass es für beide Seiten ein wichtiger und auch vorteilhafter Prozess ist. Dein Sohn wird lernen, sich woanders - ohne Mama und Papa im Rücken - durchzuboxen. Das kann wunderbar sein, aber manchmal auch schwer, doch letztlich macht es einen um viele wertvolle Erfahrungen reicher. Ich habe mich in der damligen Zeit besser kennengelernt und wusste nachher, dass ich mir viel mehr zutrauen kann, als ich zuerst dachte.
    Und du lernst vielleicht, dass dein Sohn durchaus fähig ist, alleine klar zu kommen, jedoch ohne euch zu vergessen.
    Das beste ist, dass das Wiedersehen danach umso schöner und entspannter ist. So eine Trennung über längere Zeit kann einem nämlich auch zeigen, was man an der Familie überhaupt hat und dass es schön ist, auch wieder in deren Schoß zurück zu kehren.
    Ich bin auf jeden Fall gespannt, was du im kommenden Jahr zu berichten hast :)


  3. @rüdiger
    oh du wirst es früh genug erfahren wann dein Kind flügge wird…und dann hast du genügend Zeit zum weinen :cry:

    @Ada Mitsou
    Wenn unsere Kinder klein sind brauchen sie Wurzel, wenn sie groß sind brauchen sie Flügel…..wir müssen sie gehen lassen damit sie immer wieder kommen. Das klingt so abgedroschen aber seit einiger Zeit weiss ich das dass SO ist.
    Ich weiss auch das Leonard der Abnabelungsprozess guttun wird…und mir auch…ich beneide ihn um seine Erfahrungen die er machen wird und freue mich für ihn ganz dollllleeeee…. :???:


  4. @bonafilia
    Sie ist schon recht flügge und daher ist es bisweilen ganz und nicht schön so früh loszulassen. Aber zumindest ist sie noch in der Nähe, man hat sie um sich. Das hilft etwas.

    ….Wenn unsere Kinder klein sind brauchen sie Wurzel, wenn sie groß sind brauchen sie Flügel…..wir müssen sie gehen lassen damit sie immer wieder kommen….

    Sehr schön ausgedrückt. Merci.


  5. [...] mein Spezi, 16 Jahre, auf den Weg in die Ferne, zeigt alles andere als ein erwachsenes Verhalten. Mit Vernunft und gut Zureden klappt hier [...]


  6. Ich finde das super , wenn man den Kindern so eine Chance gibt sich weiter zu entwickeln. Als wir noch in Deutschland lebten, wollte mein Sohn im nächsten Jahr an einem Austauschprogramm von der Schule teilnehmen , aber, da wir ja nun in der Schweiz leben, hat sich der Plan geändert, so das mein Sohn, der immer noch vor hat später ein Auslandsjahr zu machen sich für das Jahr 09 eine Lehre in den Gehobenen Bereich zu suchen und dann zu gehen. Hier ist das ein wenig anders . Ich finde das generel super, auch ein Kind aus einem anderem Land auf zu nehmen. Ich denke, das ist für alle betroffene eine Erfahrung für das Leben, was keiner einem nehmen kann.
    ich wünsche dir und Deiner Familie eine glückliche Zeit .
    Liebe Grüße Steffi


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