28
Mai
08

Die Pubertät und die Gelassenheit

Bedarf es einer Korrektur oder Erlernung dieser Eigenschaft, der Gelassenheit, so muss ein Jeder, der es überhaupt wieder erlernen will, sich Menschen oder Gegebenheiten suchen denen er ganz und gar nicht gelassen gegenüber steht. Am besten geeignet sind die eigenen Kinder, welche das verspielte Alter verlassen haben,  um an der Gelassenheit zu arbeiten.

Diese Pubertisten, ich habe zur Zeit 2 männliche Exemplare im Haus, (einer mittendrin, der Andere am Anfang), geben mir mehr als genügend Übungsmaterial an die Hand. Leider befinde ich mich jedoch am Anfang meines Studiums und bin alles andere als gelassen. Doch die Erkenntnis ist ja, wie so oft, der erste Schritt. Der Zweite ist da weit aus schwieriger zu gehen, muss man ihn dazu erst einmal erkennen. Was läuft da überhaupt schief? Was treibt mich denn in die aggressive Haltung? und….Kann ich überhaupt, angenommen ich bin die Supernanny, etwas am Verhalten meiner hochgewachsenen Babys ändern? 

Sicher helfen meine Kinder im Haushalt, sie stauben die Kekse ab, räumen den Kühlschrank leer und lecken die Teller sauber. Weitergehende Tätigkeiten unterliegen Regeln welche selten oder fasst nie ohne Erinnerung ins Bewusstsein des unstrukturierten Pubertistenhirn gelangen. Wahrhaftig sind da so einige fehlgeleitete Nervenstränge welche kilometerlange Umwege gehen um dann doch nicht die Informationen dort anzukommen zu lassen, wo wir Mütter es erhoffen.  Hier bin ich auch schon ein Stück weiter als noch am Anfang dieser SchreckensZeit meines Sohnes, ein wissenschaftliches Magazin erklärte einst so wunderbar wie konfus das Gehirn arbeitet. Wie auf einer Großbaustelle werden neue Leitungen gelegt, andere gekappt um dann nach einiger Zeit wieder geschlossen zu werden. Umwege sind in dieser Zeit unumgehbar, was die Langsamkeit, die geringe Auffassungsgabe der Pubertisten erklären mag.

Unter diesem Blickwinkel und meine Liebe zu meinen Kindern muss ich nun nur noch akzeptieren das sie eigenständige Wesen sind. Neben der fehlenden Gelassenheit sollte ich meinen Optimismus stärken und weiterhin auf das scheinbar Unmögliche hoffen. 

Was das ist?…Für meine Begriffe nicht viel: Schuhe ins Schuhregal stellen, Küche und Bad so hinterlassen wie man es vorgefunden hat, schmutzige Wäsche in den Wäschesack (hat jeder extra in seinem Zimmer), was auf der Treppe steht mit nach oben nehmen, sein Bett machen(jeden morgen bitte), benutzte Utensilien nach Gebrauch wegräumen, Abfälle sofort/zeitnah entsorgen, schmutziges Geschirr unverzüglich in die Spülmaschine räumen.

Doch heute Morgen bin ich gelassen, meine Jungs sind aus dem Haus (im Laufschritt da der Bus nicht wartet), und das zurück gebliebene Chaos wird von mir beiseite geräumt. Später…jetzt werde ich erst einmal ganz gemütlich frühstücken!!!


6 Antworten zu „Die Pubertät und die Gelassenheit“


  1. 28. Mai 2008 um 10:46

    Mütter sind die Gebetsmühlen der westlichen Kulturwelt. Sieh dein “Räum’ dein Zeugs auf” nicht als entnervendes Wiederholen von Anweisungen, die der andere lieber gar nicht gehört haben wollte, sondern als Mantra, und wenn die Buben erst 23 sind und langsam wieder richtig zu ticken beginnen, kommt die Erleuchtung: “Familie ist eben so”.

    Die Alternative (mit 12 einfrieren, mit 23 wieder auftauen) ist nämlich leider nicht legal.
    ;-)

  2. 28. Mai 2008 um 11:25

    @bonafilia
    /me bestimmte und bekannte bilder vor augen hat *lol*

    Ich lade Dich ein hier als Gastautor zu agieren. Es ist Potential sichtbar. :)

    Bitte sei nicht ungehalten, falls der Verweis auf Tina’s und auch mein anderes Blog nicht auf Deine Zustimmung stößt. Ich indes bin es sicher nicht, wenn Du den Verweis deswegen wieder löschen würdest.

    @buchstaeblich
    nur Mütter? ;)

  3. 28. Mai 2008 um 12:16

    @ruediger
    Danke komme gerne der Einladung nach :???:

  4. 28. Mai 2008 um 12:17

    ruediger,

    nicht nur Mütter, aber die Mütter müssen leider auch im 21. Jahrhundert am alleröftesten Gebete mahlen.

    Ich formuliere um in “Mütter und Mutteroide”: Besser?

  5. 28. Mai 2008 um 17:29

    @buchsteablich
    Bei Mutteroide fühle ich mich tatsächlich angesprochen. *lol*

    @bonafilia
    Warum zerknirscht? :) Du wirst sicher auch einiges erleben, bzw. schon erlebt haben.

    @faulsein
    organge(?) steht ihr/ihm nicht. :)


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