Als dreifache Mutter bin ich mir durchaus bewusst was es heißt Mutter zu sein, kenne die Ängste und Sorgen. Den Stress und das Glück der Elternschaft! Mit meinem Blogbeitrag “Töchterlein und Sohnemann” habe ich ganz zart ein Thema aufgegriffen was zu meinem Leben gehört. Eben genau die Sorgen um das Wohl der Kinder…was ist richtig was ist falsch, wie unterstütze ich meine Kinder richtig was ist zu vermeiden. Ein ganz toller Artikel zu den neuen Eltern habe ich erst kürzlich im Spiegel gelesen.

“Die große Sorge um die lieben Kleinen” Der Spiegel 03.08.2009

Ist es ein Unterschied ob ich nun mit 18, 28, 38 oder gar 48 mein erstes Kind bekomme?  Wie werden Menschen den Anforderungen des Elternseins gerecht, wenn sie in den Teenagerjahren, den Zwanzigern, Dreißigern, Vierzigern oder später Eltern werden? Was spricht für eine “frühe”, “mittlere” oder “späte Elternschaft” und was spricht dagegen?

Hängt nicht die  Qualität der Elternschaft von der persönlichen Entwicklung und der eigenen Lebenssituation ab? Gibt es nicht bestimmte Voraussetzungen, um den Anforderungen des Eltern-Seins gerecht werden zu können? Ganz wichtig erscheint mir das  beide Elternteile mit ihrer Lebenssituation und ihrer Partnerschaft zufrieden sind, sie  auch eine gewisse Reife haben, sich auf all die Anforderungen des Eltern-Seins bewusst eingestellt zu können um gegebenenfalls eigene Bedürfnisse zurück zu stellen. Für diese Kriterien ist das Alter weniger bestimmend, als die individuelle Reife.

Generell gibt es derzeit den Trend, mit der Familiengründung erst nach einer relativ gesicherten beruflichen und existentiellen Situation zu beginnen. Ausbildung, Job, eventuell Karriere, Haus bauen…etwas sparen und das Leben genießen mit schönen Reisen, viel Party um dann die Familie mit Mitte Ende 30 zu gründen.

Wie gesagt das ist ein Trend…

Als die 59-jährige Jennifer F. aus England in einer Spezialklinik für künstliche Befruchtung in Rom Zwillinge geboren und sechs Monate später die 62-jährige Italienerin Rosanne Della Corte in derselben Klinik einen Jungen zur Welt gebracht hatte war die ganze Welt geschockt…..das kann und darf nicht sein so spät Mutter zu werden. Doch wer sagt denn das diese Mütter nicht auch prima Eltern werden, sie werden ihre Aufgabe anders meistern, anders herangehen als junge Eltern. Ob sie es besser machen oder schlechter wer mag das beurteilen. Meine Erfahrung mit späten Eltern ist das die Kinder sehr behütet aufwachsen. Oft werden sie reich beschenkt und von allen möglichen Seiten betüttelt, wenn lange auf die Kinder auch von Seiten der Großeltern gewartet wurde, wird all die Aufmerksamkeit auf dieses Kind gelegt. Die Erwartungen an das Kind sind enorm hoch. Oftmals erscheint mir das Kind als eine Art Projekt das genauestens durchgeplant wird.

Bei sehr jungen Eltern (unter 20) ist  die Gefahr gegeben , durch die Elternschaft von persönlichen ungelösten Fragen abzulenken. Selbst vielleicht keine Zukunftsperspektive sehen junge Frauen ihr Heil in der Mutterschaft.  Im Rahmen einer späten Elternschaft kann es hingegen passieren, dass die physische und psychische Belastbarkeit, die für die Erziehung von Kindern notwenig ist, nicht mehr in dem Maß gegeben ist. Mit zunehmendem Alter reagiert man vorsichtiger, etwas ängstlicher und vermittelt den Kindern weniger Gelassenheit . Auch das Bewusstsein, vielleicht auszufallen oder dem Kind kein so permanenter Begleiter sein zu können, kann auf die eigene Unbefangenheit zurück wirken. Genau diese Erfahrungen habe auch ich gemacht, mein erstes Kind bekam ich mit Mitte 20. Studium beendet bereits 2 Jahre im Job gearbeitet, war es für uns klar ein Kind zu bekommen. Locker Leicht gingen wir an die Sache heran, keine Zweifel niemals, alles kommt wie es kommt und wir handelten nach unserem Bauchgefühl. War alles prima. Sohn Nr.2 folgte genau 3 später mit Ende 20. Schon da bemerkte ich das ich das Thema anders anging. Schließlich war ich bereits Mama. 2 Kinder Job Haus…das war schon eine große Aufgabe…das Töchterlein bekam ich fast 10 Jahre später mit ende 30. Ein Kind zum genießen….denn all die Sorgen und Ängste waren mir bekannt die man so als Eltern hat. Ich konnte eine gewisse Gelassenheit dem Thema entgegen bringen und dennoch bin ich ängstlicher als bei den Jungs. Ich traue mir selbst nicht mehr soviel zu wie mit 20, bin vorsichtiger und merke das auch in Hinblick auf meine Tochter. Oftmals muss ich wegschauen wenn das Töchterlein auf unserem Klettergerüst rumturnt, in 3 Meter Höhe die Schaukel umhängt und sich dann gekonnt am Seil aufs Schaukelbrett gleiten lässt. Sie spielt Pirat im Ausblick oben im Mast und ich denke mir dann immer….das haben die Jungs auch gemacht da hab ich locker leicht zurück gewunken, doch heute schießt mir das Adrenalin in die Venen und die Haare stellen sich voller Angst auf meinem Unterarm auf! Ich bin älter, ängstlicher nicht so gelassen vorsichtiger und bedachter…die Spontanität fehlt mir, das Bauchgefühl wird im Alter viel mehr durch den Kopf ersetzt und das macht es aus…junge Eltern sind einfach cooler. Ich war zwar erfahren und muss mir dennoch immer wieder die Erfahrung ins Gedächtnis rufen….hätte ich mein erstes Kind erst mit 37 bekommen wäre die Situation eine andere. –>Besser? Nein!—> aber eine total andere!

Was für Erfahrungen habt ihr gemacht mit frühen oder späten Eltern!