ganz ohne eine Oma!

Zeit meines Lebens als Muttertier musste ich selber klar kommen. Krankheit der Kinder, dazugehörige Arzttermine, eigene Unpässlichkeiten, mein Berufsleben, meine Weiterbildungen alles war irgendwie zu organisieren. Ohne Oma/Opa/Mutter in der Nähe, auch kein Schwesterchen war und ist greifbar.

Babysitter, Freundinnen sind mir oft zu Hilfe gekommen und darum bin ich sehr froh. Meist fand ich, wenn auch erst kurz vor Schluss die Lösung meines Problems der Kinderbetreuung, oft hab ich meine Kinder einfach mitgenommen, so stand der Maxicosi unterm Tisch der Fortbildungsinstitute oder beim Job im Archive.

Heute sind meine Jungs groß und ich bin froh das sie gerne ihr Leben so planen das sie Zuhause sind wenn ich in der Freizeit der berufstätigen Bevölkerung wieder losziehe und den Animateur mime. Heute jedoch fehlt mir noch der zündende Gedanke wie ich denn nun wieder die fehlende Betreuung meiner 7-jährigen Tochter sichere.

Meine Tochter besucht die Grundschule, die wie viele Grundschulen mittlerweile eine OGS hat. Diese “Offene Ganztagsschule” jedoch ist nur für die Kinder gedacht ,welche dazu für viel Geld angemeldet wurden. Ein Betrag der sich aus dem Einkommen der Eltern errechnet und  so unterschiedlich hoch ist. Hinzu kommt das Mittagessen mit immer hin 60 € pro Monat. Das Essen ist gut, es wird selbst gekocht und die Köchin gibt sich viel Mühe abwechslungsreich und lecker zu kochen. Die Betreung der Kinder ist prima, Hausaufgaben werden gemacht und das Angebot für den Nachmittag ist ebenfalls reichlich gespickt mit Aktionsmöglichkeiten oder Bastelaktivitäten, auch die Musikschule kommt zu den Zeiten der OGS so dass die Kinder ihren Unterricht im Instrument ihrer Wahl schon direkt in der Kernzeit der OGS absolvieren können. Verplante Kindheit , aber für berufstätige Eltern einfach ideal. IDEAL ja für die Mütter welche die Betreuung an 5 Tagen die Woche von 8 – 16:30 gesichert haben wollen! Nichts aber für mich, die sehr flexible Termine hat und von Woche zu Woche andere Zeiten der Betreuung benötigt und das auch nur für kurze Zeit. Eine “verlässliche Grundschule” , die ein tägliches mindestens fünf Zeitstunden umfassendes Schulangebot für alle Schüler sicherstellt, so wie es in Niedersachsen und Baden-Würtemberg bereits üblich ist, gibt es hier in Nordrhein Westfalen nicht. Diese verlässliche Grundschule ermöglichen es den Kindern in der Kernzeit von 8-ca.13 Uhr durchgehend in der Schule bleiben zu können, diese Zeiten werden zwar nicht von Lehrern beaufsichtigt jedoch von pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im Rahmen eines Stundenbudgets von der Schule eingestellt werden. Leider entlastet hier das Grundschul Gesetz die Schulen indem sie diesen die Notwendigkeit einer verlässlichen Grundschule absprechen, wenn eine OGS bereits an der Schule besteht.

Klartext…entweder ich nehme das ganze Angebot der OGS mit der Betreuung bis um 16:30, oder aber mein Töchterlein steht in der ersten Klasse an 4 Tagen bereits nach der vierten Stunde vor meiner Haustür. Nun habe ich Glück das die vierte Stunde der Schule meiner Tochter “erst um 11:30 ” endet , nicht so wie die ehemalige Grundschule meiner Söhne bereits um 10:45Uhr. :mrgreen:

Hilft nix, auch wenn mir die verlässliche Grundschule wenigstens den Vormittag frei zur Verfügung sichern würde ….eine Betreuung für 15 Minuten welche ich nicht am heutigen Tag abgedeckt habe, muss gefunden werden und zwar noch vor Schulbeginn!