Nein, ich war lieb, hab mich geschickt und bin nicht zurück gelassen worden. Ohne mich haben die VIER mehr Spaß, meine Gedanken drehen sich nur um Anatomie, Physiologie und Trainingslehre….Besser so!
….das Erste, wurde erfolgreich abgeschlossen. Na jaJaylasag sie könne nicht gut spielen. TJO, wird sie sogar recht haben–>aber HALLO, gestern war ihr erster TAG, den hab ich immer noch vor mir beim Fussballtraining (wird sicher auch so bleiben).
Also die Knie sind nicht verschrammt, alles heile geblieben. Selbst ihre Klamotten waren noch sauber. Ob sie gespielt hat? Sie war ganz begeistert das die anderen Mädels so gut dribbeln konnten und ihr ständig den Ball wieder abnahmen.
Fußballmütter ihr habt mich…Montags und Donnerstag von 17:30 -19:00Uhr.
Übrigens , in Taiwan gibt es keine Fussballplätze, nirgendswo, keine….nur Basketballfelder und das an jeder Hausecke
Da habe ich mich lange drum gedrückt, habe mich gewunden und habe manipuliert, hab mich lange Jahre verleugnen lassen um nun doch noch eine von Vielen zu werden. Meine harte Arbeit wird nun zerstört, was habe ich nicht alles getan das Meine nicht dazu gehören. Und das bei Jungs!!!
Gut, so soll es sein. Schließlich ist SIE ja da um unsere Kultur kennenzulernen. Was nicht alles zu unserer Kultur zählt. *kopfschüttel* Weisswurst, Lederhosen, Schlösser, am liebsten Neuschwanstein, Bier und nicht zu vergessen Fussball.
Fussball, elf Freunde sollt ihr sein! Und mindestens 11 Mütter die bei Wind und Wetter doof am Rand stehen und sich die Füße blöd platt treten, Kuchen backen für irgendwelche Turniere, Fahrdienste übernehmen, reih um Trikots wachsen und dem Sprößling die verletzten Knie salben, bei Niederlagen die Arme öffnen für die tapferen Kinder, um sie bei Siegen umso mehr zu feiern.
Wie oben bereits erwähnt habe ich mich bislang tapfer vor diesen Diensten drücken können. Meiner meisterlichen Manipulation ist es zu verdanken, das meine beiden Söhne dem Fussball zwar nicht abgeneigt sind, selbst jedoch niemals die Lust verspürten als Spieler gegen einen Ball zu kicken.
Nun kommt dieses zarte Persönchen aus Asien in mein Haus und bringt meine ganze Mutterphilosophie durcheinander und äußert den Wunsch Fussball zu spielen. Welch ein Schreck mich da durchfuhr ist gar nicht zu beschreiben. Jetzt haben sie mich also doch, –>die Fussballmütter.
OK OK! Ich bin bereit…..ich werde mich fügen und meine Pflicht erfüllen. Ich werde Trikots waschen, Fahrdienste übernehmen, Kuchen backen und salben was das Zeug hält, ich werde anfeuern und buh rufen, dem Schiedsrichter verfluchen und alles was sonst doch so getan werden muss…als Fussballmutter.
Aber erst einmal muss ich kapieren worum es überhaupt geht, Regeln verstehenund Wissen aufbauen, das ist ein hartes Stückchen Arbeit als eine von EUCH. Doch Jayla freut sich.
Nein ich werde euch nun nicht noch mit weiteren Unterschieden unserer Kulturen nerven, es sind dieser Lernkarten 20. Alles schön auf den Punkt gebracht und wie ich aus einer erfahrenden Quelle weiss, sprechen diese Karten die Wahrheit. (Ausgenommen die Warteschlange, da geb ichAndrearecht)
nur eine hab ich noch:
In der chinesischen Republik (Taiwan), aber wohl auch in ganz Asien essen die Menschen 3 warme Mahlzeiten.
Bei uns gab es gestern auf jedenfall etwas Deutsches zu essen, allerdings mit Stäbchen!
Ich gestehe am Ende eine Druckstelle am Mittelfinger gehabt zu haben, sowie einen Krampf im Handgelenk und im Unterarm. Das Essen dauerte sicherlich doppelt so lange, wobei ich nur die Hälfte meiner normalen Portion aß. Hungrig war ich dennoch nicht, da bewahrheitet sich der Spruch “Langsam essen macht satt”.
Jayla war eine gute Lehrerin und so lernten wir (ich weniger) mit den dünnen Holzstäbchen Reis und Gemüse zu essen, wir lernen das der Teller immer blitzeblank sein sollte (keine einzelnen Reiskörner mehr auf dem Teller, besser in der Schale) und wie man das BesteckStäbchenset am Ende an den Teller legt. Wir haben viel gelacht.
Übrigens bei Linkshändern sieht das ganze noch bescheuerter aus als bei Rechtshändern, wobei sichPiri dennoch besser anstellte als ich.
Jeder sagt jetzt sofort “Na klar!”..ich dagegen weis das nicht so genau, behaupte jetzt spontan einfach: Nein, Zufälle gibt es nicht. Alles hat irgendwie seinen Sinn.
Ein paar Tage vor dem Abflug meines Sohnes kommentierte ich Hier bei Klaus, einem Jounalisten. Und genau dieser Klaus sass dann am vergangenden Freitag mit meinem Sohn und seinen jungen Rotarischen Freunden in der Maschine nach Taipeh…Zufall? Sicherlich Zufall, aber welch ein schöner und wer mag es zu beurteilen ob nicht doch irgendwann einmal genau diese Begegnung einen anderen Sinn bekommt!
Noch vor dem Abflugmachte Klaus ein Foto…Danke auch von mir, an die 14 Anderen mutigen Jugendlichen: “Viel Spaß und probiert ruhig all das komische Essen, aber fragt erst hinter her was ihr da gegessen habt.”
Hühnerfüße sollen ganz normal wie Huhn schmecken, wenn man erstmal die Krallen aus den Zähnen gepult hat.
Meine Traurigkeit ist nicht verflogen, jedoch sehe ich zuversichtlich ins kommende Jahr.
………daheim erwartete mich eine Überraschung, die mir zwar von TONARIangekündigt war, ich aber durch die Hektik völlig vergessen hatte. Umso schöner dann Post von lieben Menschen zu bekommen wenn man Ablenkung nötig hat.
Seht was ich bekommen habe:
Das Tagebuch ihrer Tochter, Dana war als Austauschschülerin 2004-2005 in Japan. Ich freu mich schon auf ihre Geschichte. DANKE!!!
Der Countdown ist schon längst mit 2 Händen abzuzählen. Die letzten Tage in Deutschland fliegen dahin wie Seifenblasen im Wind. Es wird Zeit….es muss nun endlich soweit sein, Leonard soll nun endlich fliegen. Fliegen in sein “bestes Jahr”.
JA, das sage ich, nicht Leonard. Der meint, so scheint es, dass es noch eine ganze Weile so weiter gehen könne. –>Abschiedspartys, die letzte LAN, coole Gespräche und lange Nächte. Aber ich kann nicht mehr, ICH habe seit Tagen Bauchweh, die Gedanken schwirren wild im Kopf herum……alle Geschenke da?, Klamotten gewaschen?, ist es zu viel zu wenig? 20 kg Gepäck ist nicht viel, was ist unwichtig was kann er vor Ort besser kaufen als mitnehmen?
Die ganze Familie wartet eigentlich nur noch, ein ganz normales Leben ist in diesen Tagen nicht drin. Sicher Jayla ist nun bei uns und auch das bringt erst einmal Unruhe in den Alltag, aber gerade für sie möchte ich nun schnell wieder den geregelten Alltag haben. Denn nur feste Regeln und Rituale werden ihr den familären Halt geben um in einem fremden Land ein Stück zuhause zu finden.
Eine Familienabschiedsparty wollte Leonard nicht. Obwohl von meiner Seite, sprich Geschwister und Mama durchaus gewünscht. Doch nicht ich trete die große Reise an sondern Leonard. Ich habe es akzeptiert. Oma und Opa lassen es sich aber nicht nehmen doch persönlich aus Trier vorbei zu schauen um ihrem ersten Enkel “Tschüß” zu sagen, meinen Geburtstag als Anlass.
Den im Vorfeld erstandenen Ticker , 146 Tage vorm Abflug, habe ich nach wenigen Tagen wieder abgebaut, auf Wunsch von Leo. Ich werde ihn nun, wenn mein Sohn in der Luft ist wieder aufstellen und den 15.Juli 2009 als fixtives Ankunftsdatum eingeben.
Doch erst einmal muss nun der 22. August her. Abflug, Abschiedsszenen, Tränen, viele Tränen, bibbern und bangen kommt er heil an, sind die Gasteltern nett, fühlt er sich wohl…aber dazu muss er erst einmal fliegen.
Es wird ZEIT…Zeit zu gehen, damit ich die Tage bis zu seiner Rückkehr zählen kann.